10. Februar 2017, 14:02 Uhr 1193 Leser

Gesamtkonzept für Verteilerkreis ist notwendig

Der Verteilerkreis muss mehr sein als bloß ein Busbahnhof. Bezirkschefin Hermine Mospointner im Interview.

Ursprünglich wollte die Asfinag ihre Konzernzentrale am Verteilerkreis errichten. Ist das noch eine Option?
HERMINE MOSPOINTNER: Das Projekt sah auch Büros, Hotels, Geschäfte sowie eine Park-&-Ride-Anlage mit 750 Stellplätzen vor. Die Grundeigentümerin Asfinag hat diese Pläne aber auf Eis gelegt.

Jetzt soll daraus ein internationaler Busbahnhof werden?
Das Planungsressort der Stadt hat eine Studie zu diesem Thema erstellt. Von zwölf möglichen Standorten wurden drei für eine Machbarkeitsstudie ausgewählt: Erdberg, Handelskai und das Alte Landgut.

Warum scheint Favoriten so geeignet dafür?
Wien erzielt Jahr für Jahr neue Rekorde bei Gästeübernachtungen – und der Fernbus-Tourismus nimmt stetig zu. Mit dem Ausbau beim Hauptbahnhof hat der zehnte Bezirk auch touristisch an Bedeutung gewonnen. In Favoriten gibt es wienweit die viertmeisten Übernachtungen von Touristen.

Wieso aber der Verteilerkreis?
Einerseits könnten die Busse direkt von der Autobahn zu ihrer Station fahren, ohne durch die Stadt fahren zu müssen. Mit der Inbetriebnahme der U1-Verlängerung am 2. September wird es dort die Station "Altes Landgut" geben. Bis zum Karlsplatz beträgt dann die Öffi-Fahrzeit acht, bis zum Stephansplatz zehn Minuten. Das ist für Touristen natürlich verführerisch nahe.

Sind Sie für einen Busbahnhof am Alten Landgut?
Ja, aber nur unter gewissen Bedingungen. Es ist für mich ausgeschlossen, dass die Leute dann unmittelbar im angrenzenden Wohngebiet parken und mit dem Gepäck über den Verteilerkreis zum Busbahnhof pilgern.

Wie wollen Sie das verhindern?
Es sollte die ursprüngliche Idee einer Park-&-Ride-Anlage verwirklicht werden.

Gäbe es dann nicht ein Verkehrschaos am Verteilerkreis?
Die Zu- und Abfahrt müsste so gestaltet werden, dass der Kreisverkehr davon nicht betroffen ist. Erst unlängst habe ich eine interessante Skizze erhalten, die mit einer eleganten Brückenlösung von der Autobahn kommend eine direkte Anbindung herstellt. Das sollte unbedingt geprüft werden.

Es geht also nur um den Verkehr?
Nicht nur. Für mich ist vor allem wichtig, dass durch den Busbahnhof nicht sinnvolle und bessere Entwicklungen behindert oder unmöglich gemacht werden.

Gibt es da schon Projekte?
Ja, etwa von der Fachhochschule Campus Wien. Sie betreibt einen Start-up-Corner und hat sich dafür in der Gutheil-Schoder-Gasse eingemietet. Es wäre wünschenswert, das in unmittelbarer Nähe zur Fachhochschule zu haben. Der Verteilerkreis würde sich dafür anbieten.

Und wie kommen dann die Menschen zu Fuß weg vom Verteilerkreis?
Klarerweise können die Fußgängerströme zur Fachhochschule und zur Generali-Arena nur über zwei Fußgängerbrücken abgewickelt werden. Diese vom Bezirk immer wieder eingebrachte Forderung stellt eine Bedingung des Bezirks dar. Ein Gesamtkonzept für den Verteilerkreis ist notwendig.

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