4. April 2017, 13:51 Uhr 274 Leser

Boarder-Champ aus Gössendorf

Europameister, Weltmeister. Jetzt will der Gössendorfer Raphael Petr Olympia-Gold im Deaf-Snowboard.

Mitten im "Flachland", in Gössendorf, ist einer der besten Snowboarder des internationalen Gehörlosen-Sports daheim: Raphael Petr, 32 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder. Viele Medaillen hat der gebürtige Wiener, der sich vor drei Jahren hier angesiedelt hat, bereits gesammelt. 2012 wurde er im finnischen Kuusamo Europameister im Riesenslalom, 2013 in Moskau sogar Weltmeister im Parallelslalom. Jetzt, bei den Deaf-(englisch für gehörlos)-Weltmeisterschaften in der Innerkrems in Kärnten holte Petr Silber im Slalom und Bronze im Riesenslalom. Allesamt Erfolge, die er sich durch viel Training hart erarbeitet hat und die ihn freilich freuen.
Aber da ist ein schwarzer Punkt in seiner Karriere, der ihn wurmt und der ihn weiter antreibt. Es war 2015 bei den Deaflympics, den Olympischen Spielen für Gehörlose, in Russland, "da habe ich im Halbfinale gepatzt. Ein Frühstart hat mich das Finale und mögliches Gold gekostet. Diese Medaille fehlt mir noch in meiner Sammlung und die möchte ich 2019 bei den Deaflympics in Armenien holen“, ist Raphael, der seit seiner Geburt auf dem rechten Ohr taub ist und links 80 Prozent Hörverlust hat, voll auf dieses Ziel fokussiert.
Dafür würde er gerne seine Trainingsintensität erhöhen und müsste dazu in seinem Job als Technischer Redakteur kürzertreten. Allerdings bräuchte er Sponsoren. "Und die zu finden, ist verdammt schwer", weiß Petr. Sportlich hätte er auch das Zeug, bei normalen FIS-Rennen mitzufahren ("Ich könnte dort gute Platzierungen erreichen"), doch auch dafür fehlt das liebe Geld. Die offene Austrian Trophy konnte er sich im vergangenen Winter gerade leisten – und landete nach zwölf Rennen auf dem starken vierten Gesamt-rang.

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