3. Januar 2018, 07:30 Uhr 80 Leser

Event-Profi Herwig Straka ist sich sicher: Graz braucht ein Wintersportevent

Parallelslalom, Big Air oder Biathlon: Graz hat laut Herwig Straka das Potenzial für große Winterveranstaltungen.

Stockholm hat es, Mönchengladbach auch, Innsbruck sowieso: Die Rede ist von Wintersport-Veranstaltungen mitten in der Stadt. Während in der schwedischen Hauptstadt die Ski-Stars seit einigen Jahren für tolle Unterhaltung sorgen, mischten die Freestyle-Snowboarder erst vor Kurzem die Ruhrpott-Metropole auf (siehe auch Story rechts).
"Es ist definitiv ein Trend zu beobachten, wonach Wintersportarten immer öfter Bewerbe in Städten austragen. Es wird nämlich auch schwieriger, die Leute zu motivieren, in die Skigebiete zu fahren", sagt Herwig Straka. Der gebürtige Grazer, der gemeinsam mit Edwin Weindorfer die Sportagentur "emotion management gmbh" führt, kann sich derartige Groß-Events auch für seine Heimatstadt vorstellen. "Solche Sportveranstaltungen können in jeder Stadt funktionieren, wenn ein dementsprechendes Konzept vorliegt."

Schloßberg als Kulisse

Gerade die Grazer Altstadt würde eine ideale Kulisse abgeben. "Mit solchen Sportveranstaltungen darfst du nicht an den Stadtrand gehen." Weit fortgeschrittene Pläne für ein Parallelrennen vom Schloßberg über die Sporgasse mit Ziel am Hauptplatz gab es in der Vergangenheit bereits. "Es war alles fertig durchgeplant. Im Endeffekt ist die Realisierung am Einwand des Österreichischen Skiverbandes gescheitert", erinnert sich Straka zurück.

Nährboden für eine Marke

Der Event-Profi ist weiterhin davon überzeugt, dass Graz mit einem Sportbewerb eine Marke aufbauen könnte. "Nicht viele Städte haben einen Berg mitten in der Stadt, da würden bei einem Ski- oder Big-Air-Bewerb spektakuläre Bilder um die Welt gehen." Der Multiplikator-Effekt sei nicht von der Hand zu weisen. "Diejenigen, die die Sportbewerbe immer im TV anschauen, könnten endlich live dabei sein, und darüber hinaus werden auch Personen angesprochen, die sonst nie mit Wintersport in Berührung kommen."

Graz ist nicht zu klein

Ganz egal, ob im Endeffekt ein Freestyle-, Alpin- oder Biathlonbewerb durchgeführt wird, der Erfolg steht und fällt mit einem geeigneten Konzept. "Wenn Bevölkerung und Behörden dahinterstehen, kann da eine richtige Begeisterung entstehen. Auch die Möglichkeiten für After-Show-Partys sind mehr als gegeben."
Die Größe der Stadt sei dabei unerheblich. "Man muss ja nur nach Innsbruck, das wesentlich kleiner ist, schauen. Dort wird mit dem ,Air & Style‘ seit Jahren ein weltweit anerkanntes Snowboard-Festival ausgetragen." Was Straka, der aktuell in Planungen für ein ähnliches Event im Sommer steckt, aber auf jeden Fall wichtig ist: "Es muss eine gewisse sportliche Wertigkeit haben, sonst macht das keinen Sinn."

Ski- und Boardbewerbe rücken in die Städte vor

Mailand, Peking, Mönchengladbach: Man muss nur einen Blick in den Big-Air-Weltcup-Kalender 2017/18 werfen, um festzustellen, wie urban diese Freestyle-Sportart bereits geworden ist. Sogenannte City Events boomen, vor allem, wenn die Kombination Sport und Party funktioniert.
Auch im alpinen Lager ist man auf den Geschmack gekommen, in den vergangenen Jahren wurden Parallel-Bewerbe, die teilweise auf eigens aufgebauten Rampen stattgefunden haben, etwa in München, Moskau und Stockholm durchgeführt. In Zagreb wurde anlässlich 60 Jahre Ski-Weltcup gar ein weißes Schneeband in die Innenstadt gezaubert. Legendär ist seit Jahren auch die World Team Challenge der Biathleten im Fußballstadion von Schalke 04.

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