8. Juni 2015, 09:06 Uhr 864 Leser

30 Cent für ein Glas Wasser

Muss man für Leitungswasser extra bezahlen: Ein Grabenkampf zwischen Konsument und Gastronomie.

KORNEUBURG. "Ich habe mir einen Eisbecher um sechs Euro gekauft. Trotz dieser Konsumation hätte ich für ein Glas Wasser 30 Cent extra bezahlen sollen", ärgert sich eine Korneuburgerin. Der Vorfall ereignete sich Anfangs der Woche im der Konditorei Balz am Korneuburger Hauptplatz.

Ausufernd

Besitzer Bruno Balz rechtfertigt sich: "Wir mussten etwas unternehmen, sonst kommen die Leute nur noch um die Toilette zu benutzen und einen halben Liter Leitungswasser serviert zu bekommen." Vor allem während der Märkte sei dieser Trend verstärkt bemerkbar. "Ein paar Fälle sind kein Problem, schließlich profitieren wir auch von den Märkten, aber gegen die Auswüchse mussten wir uns wehren."
Das Café Balz beschritt den Weg 30 Cent pro Viertelliter Wasser einzuheben als eine Granderwasser-Anlage installierte wurde. Die Resonanz war bisher überraschend positiv, meint Bruno Balz.

Wasserstreit

Seit Jahren schon streiten Konsumentenschützer und Gastronomen um das "Gratis-Wasser". Mit den steigenden Temperaturen ist es notwendig viel zu trinken. Vielen Konsumenten ist Leitungswasser in Cafés und Restaurants eine Selbstverständlichkeit. Es gehe ihm nicht um den Wert des Wasser, sondern um die Beschäftigung des Personals durch diesen Arbeitsschritt, betont Gastronom Balz.

Infrastruktur

Maria Schreiner von der Gastronomie-Fachgruppe der Wirtschaftskammer rät Gastronomen Kosten für Leitungswasser auch in der Karte anzumerken, eventuell mit einer textlichen Erklärung. "Das Trinkwasser ist grundsätzlich gratis, nur alles was dazugehört eben nicht", stößt Schreiner in das selbe Horn, dass ein Glas Wasser nun mal einer infrastrukturellen Leistung des Wirten bedarf.
Empfehlungen, wie die Wirten mit der "Wasserfrage" umgehen sollen, möchte die Wirtschaftskammer keine abgeben: Das liegt im Gutdünken jedes Unternehmers.
Karina Seidl

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