20. März 2017, 12:29 Uhr 207 Leser

Ein Tag im Tierspital: Patienten, die nicht sprechen

Tiere leiden wie wir Menschen. Und Hund und Katze sogar an vielen gleichartigen Krankheiten.

BEZIRK KORNEUBURG. Wir leiden mit, wenn Kater Charly humpelnd nach Hause kommt oder Rex sich beim Spielen an den Lefzen verletzt. Im vierten Teil der Serie "Mein bester Freund" haben die Bezirksblätter Korneuburg geraume Zeit in der Korneuburger Tierklinik verbracht, sprachen mit Ärzten über die häufigsten Verletzungen und leisteten Tierbesitzern im Warteraum Gesellschaft, die versuchten, ihre Vierbeiner zu beruhigen.


Krebs und Allergien


Krebs, Allergien und Herzkrankheiten greifen bei unseren meistverbreiteten Haustieren, Hund und Katze, immer mehr um sich, wie die Uni-Lektoren und Leiter der Tierklinik Korneuburg, Tierarzt Karl Grohmann und Tierarzt Otto W. Fischer bei einem Lokalaugenschein der Bezirksblätter erklären. Der dritte "Chef" der Klinik, Tierarzt Thomas Wiebogen war leider, wie er ausrichten ließ, zu dem Besuchstermin verhindert. Er ist Leiter der Onkologieambulanz und er führt die Chemotherapien sowie die abdominalen Ultraschalluntersuchungen durch. "Mittlerweile sind fast die Hälfte aller Hunde und Katzen über 10 Jahren an Krebs erkrankt", erklärt Karl Grohmann. "Die Diagnose Krebs erzeugt in uns unweigerlich Angst und manchmal auch Hoffnungslosigkeit, aber Krebs ist von allen geriatrischen Erkrankungen bei Tieren die am ehesten heilbare und oft am besten behandelbare."
Allergien entwickeln sich nicht nur für die Menschen immer mehr zu einer Geißel, auch unsere tierischen Begleiter leiden immer öfter darunter. "Tiere reagieren meist auf die gleichen Auslöser allergisch wie wir Menschen", erklärt Otto W. Fischer, Leiter der Dermatologieambulanz. "In manchen Fällen stellt sich aber auch heraus, dass das Haustier auf seinen Besitzer allergisch reagiert" weiß er zu berichten.

Entspannungszone Warteraum


Ein großzügig in zwei Bereiche geteilter luftig-freundlicher Warteraum beruhigt offensichtlich nicht nur die meist haarigen Patienten, sondern auch die mitleidenden Frauchen und Herrchen. Und so wie Regina Lackner ihren herzkranken Kater an sich drückt und, als sie ihre Geschichte beziehungsweise die von Buschl erzählt, die Tränen kaum zurückhalten kann, geht es hier nicht selten den Tierfreunden schlechter als den Patienten.

Erste Hilfe für Tiere: Das sind die Tipps

Grundsätzlich gilt, im Zweifelsfall immer so rasch wie möglich den Tierarzt aufzusuchen.
Autounfall: Fragen abklären, wie: Ist das Tier ansprechbar, steht es etwa unter Schock? Möglichst schonend zum Arzt transportieren – auch wenn außen nichts erkennbar ist, innere Verletzungen sind durchaus möglich.
Fenstersturz: Meistens erleiden die Tiere dabei einen Kieferbruch und Rippenfrakturen.
Ist Mund zu Mund-Beatmung möglich? Grundsätzlich ja, aber da muss man zu Zweit sein, man braucht viel Kraft und Puste. Einer beatmet, der andere führt die Herzmassage durch.
Ball verschluckt: Kompression auf den Brustkorb ausüben.
Blutung stoppen: Druckverband anbringen.
Insektenstich: Bei Atemnot sofort zum Tierarzt. Tiere können sehr schnell einen anaphylaktischen Schock aufweisen.

Autor: Friedrich Doppelmair

Jetzt Mitspielen und Tierfutter für ein ganzes Jahr gewinnen:
Hier geht's zur Themenübersicht

Melden

Aktuell im Bezirk

Meistgelesene Beiträge

zur Desktop-Version