19. Mai 2017, 12:18 Uhr 121 Leser

Neue Spitzenkandidatin: Ulrike Lunacek folgt Glawischnig nach

In Salzburg tagte am Freitag erweiterte Bundesvorstand der Grünen, um die Nachfolge der am Donnerstag zurückgetretenen Bundessprecherin und Klubobfrau Eva Glawischnig. Die neue Spitzenkandidatin heißt Ulrike Lunacek. Ingrid Felipe wird Bundessprecherin.

ÖSTERREICH. Die Nachfolge von Eva Glawischnig wurde am Freitag in Salzburg entschieden: Beim erweiterten Bundesvorstand wurde die EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek zur neuen Spitzenkandidatin gewählt. Die 59-Jährige wird die Grünen in den vorgezogenen Wahlkampf führen. Auch die Tirolerin Ingrid Felipe war im Gespräch um die Nachfolge. Sie wurde zur Bundessprecherin der Grünen ernannt.

Nachdem der Rücktritt von Eva Glawischnig das zweite politische Beben in der österreichischen Innenpolitik verursacht hat, suchten die Grünen intensiv eine Nachfolge. Seit Freitagvormittag tagt der Bundesvorstand in Salzburg. In der gestrigen ZIB 2 sagte Astrid Rössler, Landessprecherin der Salzburger Grünen, auf die Frage, ob die Nachfolge am Freitag fallen werde, dass die Qualität im Vordergrund stehe.

Drei Kandidatinnen im Gespräch

Im Gespräch waren Rössler, die Tiroler Grünen-Chefin Ingrid Felipe und EU-Mandatarin Ulrike Lunacek. Diese zeigte sich offen gegenüber dem Spitzenposten. Felipe hingegen wurde als Manko ihre fehlende Erfahrung auf Bundespolitikebene nachgesagt. Im Hinblick auf die in fünf Monaten stattfindenden Nationalratswahlen hätte sich das negativ auf das Ergebnis der Grünen auswirken können.

Rücktritt "persönliche Entscheidung"

Die Grünen-Chefin ist mit sofortiger Wirkung von all ihren Funktionen zurückgetreten. "Den Job einer Parteichefin kann man nicht ewig machen", so Glawischnig, die seit Oktober 2008 diese Funktion ausgeübt hat. Der Ton ist in den vergangenen Jahren rauher geworden, die politische und mediale Aggressivität hat Überhand genommen und das koste enorm viel Kraft. Mit ein Grund seien körperliche Warnsignale in den vergangenen Wochen gewesen. Sie habe diese Entscheidung auch für ihre Familie getroffen, da sie für ihre Söhne da sein möchte. Leicht ist Eva Glawischnig dieser Schritt nicht gefallen. Mit Tränen in den Augen hat sie sich bei ihren Parteikollegen und ihrer Familie für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung bedankt.

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