4. Dezember 2017, 10:15 Uhr 178 Leser

Generalsanierung im Hospiz Rennweg

Über Hospize und das Thema Tod wird oft der Mantel des Schweigens ausgebreitet. Das sollte aber nicht so sein. Bereichsleiterin Andrea Schwarz erzählt was hinter der Kulisse geschieht.

LANDSTRASSE. Der 25 Jahre alte Bau des Hospizes Rennweg wurde generalsaniert. Statt enger Räume gibt es jetzt helle Zimmer, breite Gänge und mehr Lebensqualität für die Patienten. Trotz aller Umbauten und positiver Veränderungen ist das Wort Hospiz oft mit Angst behaftet. Für viele bedeutet das Trauer, graue Wände und einen öden Alltag. Bereichsleiterin Andrea Schwarz weiß, dass das Gegenteil der Fall ist. "Tod und Hospiz sind schwierige Themen. Darüber redet man auch im engsten Kreis nicht gerne. So sollte es aber nicht sein", erklärt Schwarz. Im Hospiz Rennweg der Caritas Socialis geht es vor allem darum, den Patienten den Aufenthalt so schön wie möglich zu gestalten. Willkommen ist dabei jeder. Obdachlos oder nicht, Generaldirektor oder Maurer, das Hospiz soll nicht nur Menschen mit Geld vorenthalten sein. Das Wichtigste bleibt die Lebensqualität. "Und das heißt nicht, dass man nur im Bett liegt. Wir hatten sogar Hochzeiten bei uns im Haus", erzählt Schwarz.

Zeitgemäße Einrichtung

Das alte Hospiz hinkte der modernen, vernetzen Welt weit hinterher. Da eine schwere Erkrankung jeden treffen kann, sei derjenige 30 oder 70, gibt es auch Patienten, die gerne mit allen über das Internet in Kontakt bleiben wollen. "Stellen Sie sich vor, das Internet fällt für drei Tage aus, da ist man nur noch ein halber Mensch", scherzt Schwarz. An moderner Ausstattung mangelt es sicher nicht mehr. Selbst das "Wohlfühl-Badezimmer" spielt alle Stücke, im wahrsten Sinne des Wortes. Über einen USB-Anschluss in der beleuchteten Badewanne kann man Hörbücher genießen oder die eigene Musik hören. "Da kann man richtig entspannen, und das hilft unseren Patienten ungemein", so die Bereichsleiterin. Finanziert wird das Hospiz übrigens mit Spenden und mit der Hilfe der Stadt Wien.
Beim Umbau wurden auch die Räume neu gestaltet. Statt der acht Doppelzimmer gibt es jetzt zehn Einzelzimmer und ein Doppelzimmer. "Die Zimmer wurden auch mit Sofas ausgestattet. So haben die Angehörigen die Möglichkeit, zu übernachten", erklärt die Bereichsleiterin. Das Doppelzimmer ist für Patienten gedacht, die trotz aller Privatsphäre nicht allein sein wollen.

Hier wird alles gefeiert

Vor dem Hospiz müsse man keine Angst haben und es drehe sich nicht jede Minute um Trauer. "Wir hatten einen Patienten, der hat nicht mehr aufgehört zu malen. Da haben wir kurzerhand eine Ausstellung bei uns im Haus organisiert", erzählt Andrea Schwarz. Auch Hochzeiten gab es schon, und Familienfeiern mit 80 Personen sind auch kein Pro-blem. Doch trotz aller Lebensqualität muss es auch genügend Zeit zum Trauern geben und das Team vom Hospiz Rennweg hilft jedem, der es wünscht. "Man lebt bis zum letzten Atemzug, und das Leben sollte man genießen."

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