4. Dezember 2017, 12:29 Uhr 50 Leser

Mayr gibt ihr Leben für andere

Nächstenliebe: Eine Familie aus Rabenstein setzt sich seit über 40 Jahren für Menschen in Not ein.

RABENSTEIN (ag). Es gibt Menschen, die sich ihr Leben lang unermüdlich für andere einsetzen. Das Ehepaar Paster aus Rabenstein gründete einst den Verein HIFA (Hilfe für alle) für Entwicklungshilfe. Martha und Adolf Paster steckten ihr ganzes Herzblut in die Projekte. Heute hält Tochter Ulrike Mayr die Fäden des Vereins in den Händen und führt die verantwortungsvolle Arbeit eindrucksvoll weiter.

Photovoltaik und Patricia

"Es ist uns ein großes Anliegen umweltfreundliche Technologien nach Nigeria zu bringen. Wir haben zwei Photovoltaikanlagen installiert. Eine Anlage befindet sich in einem Dorf und versorgt die Schulen, das Pfarrhaus, die Kirche und das Schwesternhaus mit Strom. Ganz bedeutend ist der Strom für die Förderung von Wasser aus dem Dorfbrunnen. Die zweite Anlage versorgt ein Spital Tag und Nacht mit Strom. In dieser Region hat es schon seit zehn Jahren keinen Strom mehr gegeben. Eine Situation, die wir uns in Österreich gar nicht vorstellen können", so Mayr im Gespräch.
Ein persönliches Schicksal erreichte HIFA: "Patricia sammelte Oha-Blätter, die auf manchmal sehr hohen Bäumen wachsen. Das ist nicht ohne Risiko, aber es ist ihr Beruf mit dem sie ihre sieben Kinder versucht zu ernähren. Eines Tages geschah jedoch das Unglück und Patricia fiel von der hohen Leiter. Sie ist seit dem Sturz gelähmt. Wir haben dann mit dem Geld, das wir für sie gesammelt haben, ihr Zimmer so umgestalten lassen, dass sie sich besser im Alltag zurechtfinden kann. Derzeit bekommt sie Physiotherapie um die Funktion der Arme zu verbessern."

Aktuelle Projekte

Momentan unterstützt der Rabensteiner Verein das "Okpoko Slum Projekt". "Projektleiterin ist Dr. Joyce Ezeugo, eine Ärztin und geistliche Schwester. Dr. Ezeugo bildet MultiplikatorInnen aus, die die Bevölkerung in Hygiene, Ernährung, Frauengesundheit und natürlicher Geburtenkontrolle beraten können. Mehrmals pro Monat gibt es eine kostenlose medizinische Versorgung in den verschiedenen Dörfern im Slumgebiet. Neben Medikamenten werden auch Nahrungsmittel ausgegeben." Sie arbeitet zwölf Stunden täglich.
Ein weiteres Projekt unterstützt eine Lehrwerkstatt in Nigeria. "In diesem College werden ca. 1.000 Jugendliche im Alter bis 16 Jahre in praktischen und theoretischen Gegenständen ausgebildet. HIFA hat eine Ausbildungsstätte angelehnt an unsere HTL-Ausbildungen mit angeschlossenen Lehrwerkstätten eingerichtet." Zwei Lehrer wurden jüngst nach Österreich eingeladen. "Um die Arbeiten vor Ort auf ein besseres Fundament zu stellen, wurden Joseph Effiong Akpan und John Leo Udoh an der Landesberufsschule Mistelbach aufgenommen. Hier nahmen die beiden am theoretischen und praktischen Unterricht im Spenglerhandwerk teil. Sie besuchten auch das Ehepaar Paster in Rabenstein."

Hier brauchen wir Hilfe

Den Verein erreichen immer wieder Bilder von tragischen Unfällen in Nigeria.
Die Verletzten werden in das Spital gebracht, können aber nicht geröntgt werden, da es keine Anlagen gibt. "Der Ankauf einer Röntgenanlage für das Bavaria Krankenhaus in der Nähe von Okigwe kostet 9.000 €. Wir konnten das dringend benötigte Röntgengerät bereits anzahlen. Aber es fehlen noch 4.000 €", so Mayr.
Außerdem werden für Februar dringend Tischler und Elektriker gesucht, die einen Vorort-Einsatz in den Lehrwerkstätten in Calabar leisten wollen. Infos siehe unten.

Was ist HIFA und wie können Sie helfen?

Leitbild: HIFA (Hilfe für alle) ist ein christlich orientierter Verein für Entwicklungszusammenarbeit und Hilfsprojekte, ist finanziell unabhängig von Staat und Kirche, sucht jedoch die enge Kooperation in den Einsatzgebieten. Der Verein ist tätig in afrikanischen Ländern (Schwerpunktland ist Nigeria), Osteuropa und Österreich.
Ziele: Im weitesten Sinne sozioökonomische Entwicklungspolitik im Sinne christlicher Wirtschaftsethiker und freiwirtschaftlicher Denkschulen; im Kontext damit auch Projektpolitik und Projektentwicklung. Sie verteidigt die Menschenrechte, die von der Würde des Menschen ausgehen. Die Würde kommt aus der Ebenbildlichkeit Gottes.
Ergebnisse: Das Resultat der Vereinsarbeit sind Schulen, Gesundheitszentren, Lehrwerkstätten, Gemeinschaftsbrunnen, Familienfarmen, Kindergärten und Berufsförderungen.
Gründung: Der Verein wurde 1971 nach dem Biafra Krieg (Sezessionskrieg zwischen Nigeria und Biafra von 1967-1970) gegründet. Der Gründer Adolf Paster arbeitet zu dieser Zeit bei einer Zeitung, richtete ein Spendenkonto ein und besuchte das Krisengebiet. Gemeinsam mit dem dort ansässigen Pfarrer Aaron Ekwu wurde der Verein HIFA im Jahr 71 schließlich gegründet. Seitdem engagiert sich die gesamte Familie für den Verein. Heute ist Tochter Ulrike Mayr Geschäftsführerin.
So kann man helfen: Mitglied werden: Es ermöglicht die Tragfähigkeit des Vereines, sichert seine demokratische Entwicklung und auch die finanziellen Erfordernisse von Aktivitäten. Die Höhe des Mitgliedsbeitrages beträgt jährlich 22€, der Austritt kann jederzeit erfolgen. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten sich zu beteiligen. Alle Informationen finden Sie unter www.hifa.at.

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