19. April 2017, 12:52 Uhr 695 Leser

Graupel, Schnee, Gewitter: Warum das Wetter (scheinbar) verrückt spielt

Zuerst 20 Grad und Sonnenschein, jetzt Schnee, Graupel und sogar Gewitter. Meteorologe Manuel Weber erklärt, was es mit den Wetterkapriolen auf sich hat.

THAYA. Schuld ist der Nordpol, und der Februar und der März - aber der Reihe nach: wer gestern und heute auf den Straßen unterwegs war, fühlte sich eher wie in die Weihnachtszeit zurückversetzt als im Frühling. Nicht nur kurze heftige Schneeschauer waren im Waldviertel zu beobachten, nachmittags kam es sogar zu einem Graupel-Gewitter. All das verbunden mit einem Temperatursturz um den Gefrierpunkt.

Wetter-Experte erklärt: "Schuld ist Wärme am Nordpol"

Die Bezirksblätter haben bei dem Meteorologen Manuel Weber aus Oberedlitz nachgefragt. Das Kurzfazit des Experten: Das Wetter ist zwar außergewöhnlich, aber weder verrückt noch rekordverdächtig.

"Solche Wetterereignisse im Frühjahr führen oft dazu, dass es kurz und viel schneit", so Weber. Schuld am scheinbar verrückten Wetter ist der Nordpol. Dort ist es nämlich aktuell viel zu warm. Die kalte Luft weicht über Skandinavien nach Mitteleuropa aus und führt hier zu den Kapriolen der vergangenen Tage.

Starker Kontrast zum warmen März

In der labilen Kaltluft gab es zusammen mit der doch schon kräftigen Sonneneinstrahlung sogar ein paar kurze Gewitter. Würde man Gewitter nicht eher im Sommer erwarten? "Bei einem Gewitter geht es ja nicht nur darum, wie heiß es vorher war, sondern auch, wie sehr die Temperatur mit der Höhe abnimmt. Man erkennt das daran, dass die Luft beinahe "kocht". Dann sprechen wir von den typischen Quellwolken", so Weber.

Dazu kommt noch, dass wir einfach etwas verwöhnt waren: der Februar und März waren mit drei Grad über dem Durchschnitt deutlich zu warm. "Und der Kontrast zum warmen Februar und März ist jetzt schon hart", so der Oberedlitzer.

Wann denn nun endlich der Sommer wirklich beginnt, entlockt dem Fachmann nur ein Lachen: "Am 21. Juni!" Nur so viel: Weber rät dazu die Winterjacke noch nicht endgültig im Schrank zu verstauen.

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