1. Juni 2015, 07:06 Uhr 546 Leser

Friedrich Complojer – Ich male mich frei

Friedrich Complojer ist ein Künstler, der seiner Heimat zutiefst verbunden ist. Seine Motive erzählen vom Leben der Menschen in den Bergen, ihrer Kultur, ihrem Glauben und ihren Riten. Es sind Szenen, die längst vergangen scheinen, doch können sie dem Betrachter in abgewandelter Form noch heute überall im Stubaital begegnen. Das macht Complojer zum Chronisten und zum Zeitzeugen, der feinfühlig auf Veränderungen in seiner unmittelbaren Umgebung reagiert. In seinen Bildern reduziert er das Wesentliche auf Konturen, die zunehmend verwischen. In dieser ihm eigenen Formensprache und Farbauswahl verleiht er der Wirklichkeit Ausdruck – nicht geschönt, sondern echt und kraftvoll. Mag. H. Defago zum Künstler: „Nicht zuletzt durch zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland ist Friedrich Complojer in der Kulturszene längst kein Unbekannter mehr. In seinen ausdrucksstarken Werken dokumentiert der Künstler beeindruckend und in unnachahmlicher Weise die typische bäuerliche Architektur, Tirols Naturlandschaft, die Menschen und deren gelebtes Brauchtum.“

Inspiriert von Tiroler Malern des 19. und 20. Jahrhunderts beschäftigt sich Friedrich Complojer seit den 1990er Jahren intensiv mit der Malerei. Im Selbststudium und mit Kursen der Art Didacta legte er das Fundament für sein gestalterisches Schaffen. Von seinen einstigen Vorbildern Albin Egger-Lienz, Alfons Walde oder Herbert Danler hat sich der Autodidakt emanzipiert, geht seinen eigenen Weg, ohne aber seine Wurzeln zu vergessen. Diese liegen im hinteren Stubaital, wo er, 1960 geboren, als Sohn des Volksschuldirektors aufwächst. Gemeinsam mit seiner Frau Gabriele und den beiden Kindern Katharina und Friedrich lebt und arbeitet Complojer heute im Weiler Krössbach in Neustift.
Neben der realistischen Malerei, in der er seine Umgebung festhält, findet Complojer in seinen expressiven, abstrakten Arbeiten befreienden Ausgleich. Sein wuchtiger Pinselstrich und der religiöse Ansatz machen diese Bilder unverkennbar. Die „Gfrisser“, wie er die in diesen Werken immer wiederkehrenden, schemenhaften Fratzen nennt, sind Ausdruck tiefer Empfindungen, denen der Künstler mit der Kraft der Farben Präsenz verleiht.

Weitere interessante Berichte rund um das Stubaital finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Stubai Magazins und des Stubaiers - Das Eventmagazin

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