18. Februar 2017, 18:10 Uhr 105 Leser

Wenn der Kuhstall zum Klassenzimmer wird

Schulkindern spielerisch die Bedeutung von Qualität und Herkunft von Lebensmitteln vermitteln und einen Wertschätzung für landwirtschaftliche Produkte zu wecken – das ist der Auftrag des 1998 gestarteten bundesweiten Projekts „Schule am Bauernhof“. Ziel sei, so Landwirtschaftskammerpräsident (LK) OÖ Franz Reisecker, „dass jedes Kind einmal in seiner Schullaufbahn einen Bauernhof besucht“. 20.000 oberösterreichische Schüler taten dies im vergangenen Jahr und die Zahl steigt laut Angaben der LK OÖ kontinuierlich. Etwa 75 Prozent der Schulen im Bundesland konnten bisher erreicht werden. Finanziell gefördert wird das Projekt von Land, Bund und EU mit etwa 300.000 Euro pro Jahr.

Zuverdienst für Bauern

130 Betriebe stehen derzeit zur Verfügung. Jeder teilnehmende Bauernhof erfüllt strenge Qualitätskriterien und absolviert regelmäßig verpflichtende Schulungen in den Bereichen Hygiene, Allergene und Erste Hilfe. Besonderer Wert wird auch auf Weiterbildung gelegt: Ein Fortbildungstag pro Jahr ist Pflicht für alle aktiven „Schule am Bauernhof“-Anbieter. Außerdem könne die Teilnahme am Projekt eine interessante Zuverdienstmöglichkeit für Bauern sein, so Reisecker. Vorwiegen Bäuerinnen tragen so häufig einen beträchtlichen Teil zum Gesamteinkommen bei. „‘Schule am Bauernhof‘ macht etwa ein Drittel unseres Verdienstes aus“, verrät Sabine Ablinger vom Bio-Erlebnishof Bruckbacher in Weyregg am Attersee. „Die Kinder müssen bei uns richtig arbeiten, sie werden dreckig und am Abend stinken sie“, gewährt uns Ablinger einen kleinen augenzwinkernden Einblick in so einen Tag.

Schulklassen können sich Tageweise für bestimmte Angebote anmelden oder auch ganze „Hofwochen“ buchen – Vergleichbar mit den altbekannten Landschulwochen oder Schikursen. Alle teilnehmenden Bauernhöfe und ihre individuellen Angebote sind unter www.schuleambauernhof.at zu finden.

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