8. Januar 2018, 14:38 Uhr 184 Leser

Kompromiss-Lösung für Louisenvilla

BAD VÖSLAU. Jahrelang wehrte sich die Initiative Florastraße gegen die Komplett-Verbauung des Areals "Louisenvilla" (genau gegenüber der Seniorenresidenz). Der Kampf ist nun zu Ende - und er brachte einen Kompromiss zwischen Ortsbildschützern und dem Grundeigentümer, der Baufirma Sedlak. Der Eigentümer nahm vom ursprünglichen - als "Klotzbauweise" kritisierten - Plan Abstand und lobte einen Architektenwettbewerb aus. Die Jury entschied sich für ein Projekt, das eine verhältnismäßig zurückhaltende Verbauung mit Erhalt des Baumbestandes vorsieht. Knackpunkt ist außerdem der Erhalt und die Renovierung der Louisenvilla, für die der Ensembleschutz im Zusammenhang mit den angrenzenden Villen in der Florastraße gilt. Die Widmung "Schutzzone mit ensemblebedeutsamen Objekten" bleibt unverändert.
Entstehen sollen 24 Wohnungen in einem zusammenhängenden Baukörper in Y-Form, in den die Louisenvilla entsprechend positioniert werden soll. Der Abstand zwischen Neubau und Villa soll 5 Meter betragen. Dadurch ergibt sich auch der Vorteil des Weitblicks am Eck Florastraße/Malfattiweg. Die Verbauung des Areals beträgt jetzt nur noch 30 Prozent.
Kritisch zu prüfen bleibt die angepeilte Bebauungshöhe von 9 Metern und die fehlende Zahl von erforderlichen Parkplätzen. Laut Baustadtrat Harald Oissner (Liste Flammer) sei die unter dem Areal durchführende Wasserleitung in 14 Metern Tiefe, der tiefste Punkt des Bauwerks soll sechseinhalb Meter werden.
Im Zuge der Gemeinderatsdebatte kritisierten Grüne, Teile der ÖVP und die FPÖ, dass die Strafzahlung, die dem Eigentümer vorgeschrieben wird, falls die Louisenvilla nicht renoviert wird, zu gering sei. "200.000 Euro sind für eine Baufirma ein Taschengeld", sagte Eva Mückstein (Grüne), die 1 Million für angemessen halten würde. Auch FPÖ-Gemeinderätin Kerstin Witzmann hielt die 200.000 Euro-Strafe - das sei nicht mehr als das Jahresgehalt eines Primararztes - für zu niedrig. Nicht so Harald Oissner von der Liste Flammer: Die Strafe richte sich nach dem Mehrwert einer Widmung und werde üblicherweise mit einem Prozent angesetzt. Der Mehrwert in diesem Fall liege bei 600.000 Euro - die 200.000 Euro seien bereits ein Drittel davon. Der Beschluss ging mit den Stimmen von Liste Flammer, SPÖ und Teilen der ÖVP durch. Die Grünen, die FPÖ und Teile der ÖVP enthielten sich.

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